Zurück nach Dänemark und dann nach Norwegen

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Nach langer Pause hier mal wieder ein Update von uns 🙂

Von Torekov ging es erstmal nach Falkenberg und dann von dort aus nach Anholt, einer kleinen dänischen Insel mitten im Kattegat. Bei ordentlich Schräglage wurde dann fleißig Rechnen geübt und geangelt. Adam hat den ersten Fisch der Reise gefangen: eine Makrele. Und dann gleich noch Eine! So gab es bei der Ankunft dann eine Schwimmpause und Makrelen.

Anholt ist ein kleines Strandparadies, das voll ist mit Seglern und Motorbootfahrern. Man kann davor auch wunderbar Ankern, was wir auch getan haben. Der Hafen war nämlich so voll, dass wir keine Chance auf einen Platz dort hatten. Wir waren froh, dass wir mit dem Beiboot noch durch die Gassen im Hafen fahren konnten. In mehreren dänischen Häfen ist uns das jetzt schon aufgefallen: Es gibt öffentliche Grillplätze und jeder Abend ist ein soziales Happening. Es wird gemeinsam gegrillt und gefeiert und die Stimmung ist entspannt und gemütlich. Sehr angenehm.

Adam hat hochmotiviert am Ankerplatz weiter geangelt und gleich mal ein Petermännchen rausgefischt. Nachdem Adam und ich ja während der Werftzeiten in Barth quasi im Ozeaneum gewohnt haben, hat Adam das auch sofort erkannt. Pedro wollte es nicht so recht glauben und hat den Fisch vom Haken abgemacht. Und wurde dabei natürlich gestochen. Laut Beschreibung sind die Schmerzen richtig grausig. Aber zum Glück haben wir recht schnell die richtige Erstbehandlung gestartet: Mit einem Mückenstich-Hitze-Stift die Einstichstelle auf über 50°C erhitzen, da das Gift (u.A. Dracotoxin also Drachengift!) thermolabil ist und dann zerfällt. Danach dann kühlen, um auch die Schmerzen zu lindern. So ist zum Glück nichts Schlimmeres passiert und wir (bzw. Pedro) sind mit einem Schreck und ohne langwierige Folgen davon gekommen.

Um an Land zu kommen mussten wir in Anholt das erste Mal unser Beiboot – die „Adams“ – wieder zu Wasser lassen. Und so hat Adam auch gelernt mit unserem Elektro-Außenborder zu fahren.

Seitdem ist er unser designierter Fahrer mit dem Beiboot 🙂

Nach einem Flauten- und Urlaubstag ging es von Anholt dann weiter nach Saeby. Allerdings war der Wind und Seegang dann irgendwann so unangenehm, dass wir uns entschlossen haben, einen kleinen Fischerhafen als Nothafen anzulaufen. Leider war die Seekarte an der Einfahrt in den Hafen etwas optimistisch und die angeblichen 4 m entpuppten sich dann als ca. 1,85. Bei 1,90 Tiefgang ist das ein Problem und wir durften mal wieder das tolle Gefühl erleben, wie es sich anfühlt, auf eine Sandbank zu laufen. Wer uns schon länger begleitet weiß: Das hatten wir schonmal in Martinique und damals ist dann im Zuge dessen unser Getriebe abgeraucht und wir haben 8 Monate mit der Reparatur und dementsprechend ungeplant auf Martinique verbracht.

Deswegen waren Pedro und ich sehr bleich um die Nase und hatten sofort Horrorvisionen wie wir jetzt monatelang an der dänischen Küste festsitzen.

Ist natürlich nicht passiert sondern Pedro hat uns mit Vollgas und Bugstrahlereinsatz langsam wieder von der Sandbank runtergearbeitet. Aber wir sind dann doch mit Wind und Welle gegenan weiter nach Saeby motort und waren heilfroh als wir endlich da waren!

In Saeby war dann plötzlich ein Schlauchboot mit einem sehr begeisterten Schweden bei uns am Boot. Er hat auch eine Formosa 51 und ist ein totaler Fan dieses Bootstyps. Hat uns dann auch gleich auf sein Boot eingeladen und sich unser Boot angeguckt. Es ist immer hochinteressant, sich andere Formosas anzugucken. Weil es gleichzeitig total ähnlich und aber auch immer völlig anders ist. Die Details sind gleich aber der Innenausbau ist meistens anders als bei uns. Eine Formosa mit unserer Kabinenaufteilung haben wir bisher nicht nochmal gesehen.

Von Saeby sind wir dann weiter nach Skagen gefahren. Unterwegs hat Adam uns ein komplettes Abendessen geangelt: drei Makrelen und zwei Hornhechte.

Was wir erst dort gelernt haben: Skagen scheint das Ibiza Skandinaviens zu sein. Zumindest war dort die ganze Zeit Party. Und der Hafen war wieder so voll, dass wir nicht reingepasst haben. Deswegen haben wir dann einen Extraplatz an der Pier bekommen und schneller als wir gucken konnten hingen 4 andere Boote an uns dran. Wir sind ein sehr beliebtes Boot zum dran fest machen weil wir recht lang und schwer sind. Außen im Päckchen will uns eigentlich niemand haben weil wir so lang und schwer sind 🙂

In Skagen hat uns dann leider auch Dirk wieder verlassen und ist in Richtung Heimat aufgebrochen. Es war sehr schön, ihn mit an Bord zu haben als unseren ersten Begleiter auf unserer Langfahrt. Danke Dirk! Für dein Sein und deinen Witz und deine Geduld mit den Kindern. Wir nehmen dich gerne wieder mit.

Als wir dann nach erfolgreichen Geocachingtrips (Elga, Adam und ich) und erfolgreichen Schrankbausessions (Pedro) meinten, dass wir am nächsten Morgen um 5 aufbrechen wollen gab es erstmal eine spektakuläre Boots-Umsortieraktion. Danach haben wir uns gedacht, dass man das mit einer Drohne hätte filmen müssen. 5 Segelboote, die auch noch vorne und hinten sehr eng von Motorbooten eingeparkt waren, haben nacheinander abgelegt und dann in neuer Reihenfolge wieder angelegt. Wobei das dickste und schwerste (wir) ganz außen zu liegen gekommen ist. Das geht nicht ohne Extraleinen an Land und war insgesamt Millimeterarbeit. Unser einer schwedischer Nachbar durfte seine Balancierkünste unter Beweis stellen um die neuen Leinen zum Land um seinen Bugspriet herum zu bekommen.

Aber so konnten wir dann tatsächlich am nächsten Morgen um 5:15 in Richtung Norwegen aufbrechen. Die Windvorhersage war leider nicht ganz korrekt so dass wir den ganzen Tag die totale Flaute hatten und unsere Motoren voll ausgenutzt haben. Dadurch hat man auch den Übergang vom Kattegat ins Skagerrak, der eigentlich anscheinend recht interessante Kreuzseen erzeugt, garnicht bemerkt. Aber für uns wars schön, wir sind 17 Stunden gemütlich in Richtung Norwegen gezuckelt, Adam hat unterwegs wieder Makrelen gefangen und nachdem wir zum Sonnenaufgang losgefahren waren, sind wir zum Sonnenuntergang in Kristiansand angekommen.

Wir waren beide vorher noch nie in Norwegen und waren (und sind) hin und weg von der wunderschönen Natur. In Kristiansand haben wir dann zwei Pausentage eingelegt, um Starkwind vorbei ziehen zu lassen.

Dabei haben wir eine Kneipe namens „Skagen“ entdeckt, die tatsächlich genauso wie das echte Skagen klang :). Und Adam hat seine erste Segelstunde auf der Adams bekommen.

Eigentlich wollten wir ja in einen Fjord, deswegen sind wir dann nach zwei Tagen weitergefahren und haben eine Nacht auf dem Weg im Bankefjorden verbracht. Eigentlich traumhaft idyllisch dort aber wir haben uns unwissend wie wir waren direkt auf eine „Motorbootautobahn“ gelegt. Also genau dorthin wo ständig Motoboote durchgefahren sind, um vom nahen Dorf zu den außen gelegenen Häusern zu fahren.

Am nächsten Tag ging es dann weiter in den Rosfjord. Dort gibt es ganz am Ende des Fjords eine Ortschaft und eine kleine Marina. Die Marina ist tatsächlich zu klein für uns, deswegen haben wir eine Nacht dort direkt vorm Strand vor Anker verbracht und sind nur zum Wasser tanken in die Marina gefahren.

Adam ist inzwischen ein richtig toller Matrose geworden, der alleine Segel reinkurbeln kann und standardmässig unser Beiboot fährt.

Heute haben wir uns dann wegen angesagtem Starkwind, der genau in den Fjord blasen sollte, in eine kleine Nebenbucht verzogen. Dort liegen wir jetzt vor Anker. Adam war schon Krabben angeln und hat tatsächlich eine Krabbe gefangen und ich könnte die ganze Zeit einfach nur dasitzen und gucken, weil es einfach so wunderschön hier ist. Ich verstehe jetzt, warum Slartibartfaß einen Preis für die norwegische Küste bekommen hat! Und dabei sind wir noch nichtmal an der Westküste, die am allerschönsten sein soll….

Wir werden jetzt bis zum Wochenende hier im Fjord sein, Angeln, die Seele baumeln lassen und die Zeit genießen.

Liebe Gruesse Becci Jendis

Von Kopenhagen nach Norden – 2 Hafentage im Sturmtief!

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