Huuui, der erste Blogpost der zweiten Langfahrt 😊
Wir haben es geschafft und sind tatsächlich unterwegs. Momentan liegen wir im Hafen von Lohme und bereiten uns seelisch darauf vor, Deutschland morgen in Richtung Klintholm zu verlassen.
Es war ein ganz schöner Kraftakt, den wir uns da aufgehalst haben (oder wie Yuna sagt: „Ihr seid völlig wahnsinnig!“):
- Unsere Hochzeit organisieren (die viel größer ausgefallen ist, als wir uns das Anfangs dachten)
- Die Wohnung leer räumen (was viel mehr Arbeit war, als wir uns das Anfangs dachten)
- Das Schiff klar machen (was viel mehr Zeit gekostet hat, als wir uns das Anfangs dachten)
- Nebenbei unsere zwei Kinder versorgen (was genau so viel Aufwand ist, wie wir uns das dachten)
Was wir dabei lernen durften: Um Hilfe fragen und Hilfe annehmen. Seit Elgas Geburt haben wir uns sehr getragen und unterstützt in unserem Umfeld gefühlt. Von der Mittagessens-Versorgung während dem Wochenbett über die große Unterstützung bei unserer Hochzeit bis hin zur Ausräumunterstützung. Für mich war es sehr bewegend und besonders, wie viele Menschen uns geholfen haben! Ich bin zutiefst dankbar für die Kindergartenelterngruppe, unsere Mitbewohner im Haus und unsere Freunde. Danke, danke, danke! Ohne Euch hätten wir das nie und nimmer geschafft.
Theresa hat uns unglaublich beim Ausräumen unserer Wohnung unterstützt und ich hoffe, sie macht dieses Talent zu ihrem zweiten Standbein. Hiermit mache ich schamlos Werbung für sie: Unterstützung beim Aufräumen mit gleichzeitiger psychologischer Begleitung! 😊
Wir hatten dann ja eigentlich den grandiosen Plan, mit Elgas Patentanten Kristina und Malou das erste Stück bis Sassnitz zu segeln und die Beiden dann mit unserem Auto wieder nach Belzig fahren zu lassen. Aber wir haben die Rechnung ohne das Universum gemacht! Nachdem wir natürlich viel zu viel Krempel dabei hatten und den irgendwie verstauen mussten, sind wir doch ganz schön unter Druck geraten, schnell zu sein um ablegen zu können.


Unser Plan war, Abends um spätestens 19:00 abzulegen, um vor Gager noch zu ankern und dort die Nacht zu verbringen. Und wie das Leben so spielt: Mittags habe ich beim rückwärts den Niedergang runtergehen übersehen, dass unten eine Bank steht und bin mit voller Wucht auf eine Kante derselben gesprungen. Ergebnis: eine „Rissquetschwunde“ an der Ferse, die erstmal grauselig weh getan hat und dazu geführt hat, dass ich nur noch humpeln konnte. Aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen sondern waren weiterhin wild entschlossen, abends abzulegen. Haben wir auch fast geschafft, allerdings ist Pedro 10 Minuten bevor wir wirklich ablegen wollten, beim einhängen des Großfalls aus ca. 1m Höhe vom Mast gestürzt und hat sich den Knöchel ordentlich verknackst.

Damit war das Losfahren erstmal vom Tisch, wir sind am nächsten Tag in die Notaufnahme nach Wolgast gefahren und haben uns als komplette Familie dort vorgestellt: Ich mit meiner Ferse, Pedro mit seinem Knöchel und Adam mit einer komischen Schwellung am Bein, die wir eigentlich in Belzig noch hätten angucken lassen wollen aber verbaselt haben.

Leider sind wir also nicht mehr zum Segeln mit Kristina und Malou gekommen 🙁 Aber wir haben uns trotzdem noch eine schöne Zeit mit den Beiden gemacht. Danke für eure Hilfe und Freude und Treue!


Kristina und Malou sind dann direkt von Peenemünde aus wieder zurückgefahren und haben das Auto mitgenommen und wir waren das erste Mal ohne Auto in Peenemünde. Auch ein Abenteuer, weil wir dadurch schonmal wieder üben konnten, wie das Leben in Häfen ohne Auto so ist 😊
Wir haben die Zeit damit verbracht ein wenig mehr Zeug zu verräumen und Adam hat seine Schule angefangen und kann jetzt Ziffern schreiben. Nachdem wir jetzt ein neues Sonnendach für den Platz unter dem Großbaum haben konnten wir uns dort ein richtiges Lager bauen. Dort haben wir auch mehrmal übernachtet und tagsüber vor Allem dort herumgelümmelt.

Um uns auch ja nicht zu sehr zu überanstrengen sind wir noch krank geworden. Pedro hatte einen grippalen Infekt und Adam und ich haben uns noch irgendeine Magen-Darm-Geschichte eingefangen. Wir mussten also wirklich langsam machen.
Am Samstag war es dann endlich soweit: Wir haben in Peenemünde abgelegt. Unter Hupen (wir) und Winken (wir und das Barteam der Hafenbar in Peenemünde) ging es raus aus unserem Heimathafen der letzten Jahre. Wir haben uns dort wirklich sehr wohl gefühlt und sind immernoch glücklich, dass wir dort bei unserer Rückkehr von der ersten Reise unterschlüpfen konnten.


Unsere erste Tour führte uns nach Gager in den dortigen Hafen. Dort sind wir schon bekannt, der Hafenmeister war selber lange mit einem wunderschönen Zweimaster unterwegs und freut sich immer, uns zu sehen. Außerdem hat dort Sven, ein Freund von Pedro ein Haus und hat uns auch diesmal winkend an der Pier empfangen und uns ein liebevoll gekochtes Abendessen kredenzt. Die Sonnenuntergänge in Gager sind atemberaubend und es ist immer wieder schön, dort zu sein.

Danach ging es weiter nach Sassnitz, wo wir nochmal Wäsche waschen und groß einkaufen konnten, um uns für die Fahrt nach Dänemark zu rüsten.
Auf Empfehlung von Sven sind wir dann noch zu den Störtebeker Festspielen nach Ralswiek gefahren und haben uns das Spektakel angeguckt. Adam und Elga waren ewig wach, Elga hat das erste Feuerwerk ihres Lebens erlebt und Adam war völlig hingerissen von dem Schauspiel 🙂 Ein sehr gelungener Abend.

Heute ging es dann nach Lohme, den beschaulichsten Hafen den wir kennen. Lohme war auch unser erster Hafen hier auf Rügen als wir von unserer letzten Reise zurück kamen. Daher ist es nur schön, dass wir hier jetzt auch unseren vorerst letzten Abend in Deutschland verbringen.


Wir fahren beide mit der großen Frage, in was für ein Land wir wohl zurückkehren werden. Letztes Mal haben wir Deutschland bei unserer Rückkehr fast nicht wieder erkannt, mal sehen, wie es jetzt wird.
Herzliche Grüße
Becci



7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Ihr seid wirklich total wahnsinnig 😉 und mutig!!!
Das waren ja schon vor Abfahrt gleich mehrere Abenteuerchen…
Toll, dass ihr jetzt wirklich unterwegs seid!
Danke fürs Teilhaben lassen, die Wertschätzung und die Fotos 🤩
Der letzte Absatz macht mir Gänsehaut…
Passt gut auf euch auf ❣️
Danke für das dabei sein können. Bitte nennt eure geplante Route – was auch immer das am Ende bedeuten mag. Wo sind Möglichkeiten für eine Zeit dabei zusein?
Hallo Bettina, schaue mal unter Toerns da fndest Du den Jahrestoernplan – daran kannst Du sehen wann wir wo sind
Ja, das ist sehr ereignisreich losgegangen.
Liebe Becci, danke für deinen tollen Bericht, du schreibst sehr unterhaltsam und so, als wäre man dabei 🙂
Schade, dass ich nicht bei eurer Hochzeit dabei sein konnte, bei uns gings durch unsere Sanierung drunter und drüber.
Derzeit habe ich noch immer Handwerker im Haus, komme kaum zum Einräumen und quäle mich mit den Schmerzen meines neuerlichen Bandscheibenvorfalls herum.
Morgen werde ich infiltriert – juchu, ich hoffe, dann wirds besser und in Folge werde ich wieder brav trainieren.
Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit und freue mich über eure Blogs!
Alles Liebe an euch Alle, Anita
Wie schön von euch zu lesen! Jeden Morgen radeln wir bei euch vorbei und denken an euch!
Ihr fehlt! <3
Ihr Lieben und Tollen, jetzt habe ich Euren Bericht so richtig verschlungen. Was – gestürtzt und krank und volle Segel voraus!!! Paßt also auf Euch auf.
Ich wünsche Euch gute Führung.
Eine große Umarmung und Schiff ahoi von Eurer Sarah
Gute Reise wünscht der Sven-Erik aus Gager und ganz sicher wird es bei der Rückkehr wieder ein anderes Deutschland sein. Und ich beneide Euch ein wenig um die vielen Erfahrungen welche Ihr auf der langen Reise um die Welt machen werdet und wie anders die Menschen dort denken werden über alles als es hier der Fall ist.