Schon auf dem Weg dahin hat Adam immer ganz stolz das Wort Carriacou gerufen, bis wir ihm die Insel dann auch beim Ankommen zeigen konnten. Ja und jetzt sind wir schon fast 2 Wochen da. Es ist eine sehr kleine Insel und gehört zu Grenada – einem karibischen Inselstaat – integriert im Commonwealth. Carriacou hat nur 6.000 Einwohner, keinen Coronafall, und wenn ich mit Adam durch die Hauptstadt – na eher Hauptdorf auf Abendteuer Jagd schlendere fühle ich mich 50 Jahre zurückversetzt. Hier ist kein Luxus mehr, und die Leute sind mehr mit dem zufrieden was sie haben – der Lebensstandard erinnert eher an die 60er Jahre in Österreich.
Die Menschen sind alle sehr freundlich und fröhlich. Nicht selten passiert es, dass ein Fischer mit röhrendem Aussenborder an unserem Ankerplatz vorbei fährt und lachend – wahrscheinlich auch halbwegs bekifft, lautstark Lieder singt. Die Landessprache ist Englisch – das gut zu verstehen ist – aber das Creole – der Heimatsprache ist schwieriger wie Tirolerisch in Österreich zu verstehen – praktisch unverständlich. Auf vielen Booten auch auf Fischerbooten wird Musik gehört und in den Bars an Land sowieso.
Wenn da nicht jetzt gerade auch die Delta Variante Grenada eingeholt hätte wäre es wirklich perfekt. Deswegen sind hier auch in Carriacou verschiedenen Maßnahmen getroffen worden – wie am Strand nur zwischen 5-10h00, keine Bars und Restaurants mehr und im Öffentlichen Leben Masken – alles diesmal für mich schon ein wenig absurd, weil ja auf der kleinen Insel keine Fälle sind und auch der Fähr- und Flugverkehr mit Grenada eingestellt ist. Das heißt aber auch hier ist es beschaulich – und ja wir können hier grad nicht weg.
Nicht schlimm – wir segeln morgen zu einer kleinen vorgelagerten Insel – Sandy Island wo man herrlich Schnorcheln kann – und es sogar Ammenhaie (nicht gefährliche flauschige Grundfische) zu sehen geben soll. Sandy Island sieht aus wie ein Karibischer Traum – dieses Inselchen besteht nur aus Sand, Palmen und natürlich ein paar Segler die in diesem Naturschutzgebiet an Bojen oder vor Anker liegen.
Wir haben jetzt begonnen mit Adam jeden Tag am Ankerplatz ins tiefe Wasser zu gehen – und ja es ist sehr süß und entzückend – er steht auf seine kleine Mares-Neoprenschwimmweste – zieht sie an und dann geht es los, und jetzt nach 4 Tagen kann er schon ca. 4 m von mir zu Becci und zurück alleine schwimmen. Und er hat richtig Spass daran. Da fängt sich auch was an zu entspannen, weil wenn er, wenn auch mit Schwimmhilfe, schwimmen kann, dann ist vieles von dem Angsthorizont von uns Eltern gebannt, und es ist einfach sehr süß mit Ihm im Wasser.
Ja morgen früh gehen Adam und ich, wie fast jeden Morgen, mit dem Dhingi an Land und da kaufen wir Croissants und Baguettes bei dem einzigen Deli Shop in Carriacou wo es das gibt! (sonst halten die Leute hier nichts sooo viel von Brot)
Tja, und dass ich es nicht vergesse – Carriacou hat den schwierigsten Ankergrund ever. Glatte Felsplatten mit Sand bedeckt, so dass wir nach insgesamt gefühlt 40 Ankerversuchen dann den 2. Anker zusätzlich benutzten um halbwegs Halt zu bekommen – weil sonst der Anker immer auf dem Fels dahinrutscht. Warum viele andere Boote – nicht alle – das Problem nicht haben, wissen wir nicht – vielleicht auch, weil wir größer sind als die meisten.
Jetzt liegen wir auf jeden Fall sicher, da sich die Kette auch mehrmals um große Felsen gewickelt hat – das Anker-auf-manöver ist wahrscheinlich dann auch mit Tauchunterstützung unsererseits begleitet, um die Kette wieder freizubekommen.
Bis bald!
der Andy (Pedro) Schiller






6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Herrlich ist es auf Carriacou. Schön, dass es euch drei so gut geht und Adam das Sein und die Abenteuer genießt. Sonnige Grüße aus Steyr, Ricky
So schön. Danke für den Bericht. Ich kann richtig mitreisen und spüre das Glück.
Schön, das freut mich!
Tolle Bilder und ein schöner Kommentar lieber Andy! Ich wünsche euch eine gute Zeit und schöne Schnorchelerlebnisse auf Sandy Island. Super schaut der Adam aus 🙂
Danke für euren Super ausführlichen Bericht. Schön von euch zu hören. Danke
Meine Lieben, bin mit der Maus auf google maps bei euch gewesen. Schöner Bericht, ein fröhlicher Adam, neugierig auf weitere Abenteuer. Alles Gute und viel Schönes für euch!