Um 08hn00 – 13.09.2026 Wind 3 Bft NO Welle ca. 1m Sonne! 1018 mbar
Durch die Nacht mussten wir immer wieder den Motor zur Motorunterstützung dazunehmen. Auch war ein ganz besonderes Wetterphänomen – direkt über der See war so dichter Nebel, dass wir den eigenen Bug nicht sehen konnten, schaut man aber nach ober dann ist sternenklarer Himmel da! Später in Porto gab es unter Tags am späten Nachmittag immer wieder dieses Phänomen – da hat Becci herausgefunden, dass es sich um ein ganz besonderes Wetterphänomen handelt. Der Nebel bildet sich über dem kalten Kanaren Strom, eine Wetterkonstellation, welche die Einheimischen gut kennen.
Am Morgen ist es dann so weit wir nehmen die kürzeste Route rein nach Porto um eine Orca Attacke möglichst zu vermeiden. Die Crew habe ich angewiesen Schwimmwesten anzuziehen, was einige aber nicht so gern taten. Wir segeln mit halbem Wind und schalten den Motor dazu, um möglichst schnell von unseren 1.000m Wassertiefe auf unter 20 m Wassertiefe zu kommen. (Orcas schwimmen am liebsten zwischen 350 und 20 m Wassertiefe). Fahrt 7-8 kn und viele Delphine. Der Wal Plal – ein Gerät, dass im Wasser Töne aussendet, um unser Ruder zu schützen liegt am Heck bereit. Immer wieder Delphine, die zu uns herkommen – Sie kommen mir als unser Schutzengel vor, und es ist tatsächlich so dass da wo Orcas sind keine Delphine sind, weil Orcas Delphine jagen. Und wieder Delphine – Sie begleiten uns bis zur 20 m Linie, und dann sind wir sehr erleichtert, nehmen wir dann direkt die Segel herunter und fahren in den Hafen hinein, welcher in Porto sehr malerisch in einer Flussmündung liegt. Der Tidenstrom ist mit uns mit ca. 3 kn.

Um ca. 11h30 legen wir nach über 4 Tagen überfahrt an 526 Seemeilen Distanz – gesegelt sind wir über 600 sm. Alle haben die Überfahr gut gemeistert und unser Schiff hat hervorragend gehalten.
Unsre Strategie eine Orca Begegnung und auch einer Attacken Gefahr auf unser Ruder vorzubeugen war auf über 1.000 m Wassertiefe die Küste herunterzusegeln und dann möglichst schnell auf kürzesten Weg hinein zu queren. Danke Rui von orcas.pt für die Begleitung. Und wir hatten auch glück – parallel zu unserem reinqueren wurde ein Schiff unweit von uns 20 sm nördlich von einer Gruppe Orcas attackiert!
Wir alle mögen Orcas und es ist schon schwierig das aufrecht zu erhalten, weil man einfach Angst bekommt, viele Schiffe sind in den letzten Jahren Manövrierunfähig geworden durch die Ruderatacken, einige sogar gesunken! Interessant ist aber, dass nie ein Mensch dabei zu Schaden kam und die Orcas nie weiter die Rettungsinseln attackierten…. Ich hoffe, dass dieses Verhalten der Iberischen Orcas bald verstanden wird und so die Attacken auch aufhören können. Das Meer ist schon der Lebensraum der Orcas und aller Lebewesen darin.
Jetzt freuen wir uns auf Porto, die leckeren Fischgerichte und haben ein paar Tage Sturmpause – weil ab morgen bis Freitag Sturm angesagt ist und wir erst am Samstag wieder weiter Richtung Lissabon und Sines weiter segeln können.
Liebe Grüße
Euer Pedro Andreas Schiller


