Von Schottland zu den Scilly Isles

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Disclaimer: Wir haben eine ganze Weile nicht geschrieben, deswegen liefern wir die Blogposts jetzt nach 🙂 Dieser hier behandelt die Zeit vom 12.08. bis 24.08.2026.

Der Abschied vom kaledonischen Kanal fiel uns nicht leicht. Aber wir haben uns dann am 12.08. morgens um 9 auf den Weg nach Oban gemacht. Das Panorama war weiterhin atemberaubend. Die Highlands sind einfach wirklich schön. Bei der Fahrt in den Loch Linnhe hinein fährt man durch eine ganz enge Stelle hindurch. Dort konnten wir sehr eindrücklich die Kraft der Strömungen beobachten. Wir sind in der Mitte mit fast 10 Knoten dahingerast weil der Strom uns mitgenommen hat. An den Rändern ging der Strom in die entgegengesetzte Richtung und es gab die irrsten Wirbel und Turbulenzen. Ganz schön krass anzusehen. Und da will man mit dem Boot lieber nicht rein geraten.

Oban ist ein total quirliger Ort mit einer großen Marina. Dort haben wir einige bekannte Boote aus dem kaledonischen Kanal wieder getroffen. Außerdem ein österreichisches Boot, bei dem sich dann rausstellte, dass die Besitzer aus dem selben Ort in Österreich kommen wie Pedro. Gefühlt kommen die meisten Österreicher die wir treffen dorther. Dabei ist Steyr gar nicht so groß. Sehr faszinierend!

Bei Niedrigwasser haben Adam und Pedro in Oban eine alte, reparaturbedürftige Hummerreuse gefunden. Die haben wir natürlich mitgenommen, repariert und Adam hat sie sofort eingesetzt. Und schwupps: Sofort hatten wir kleine Hummer und die eine oder andere Krabbe an Bord. Es ist immer wieder ein Abenteuer, die zurück ins Meer zu bekommen.

Bei der Ankunft in Oban gab es dann noch einen großen Schreck: Mein Ersatzdisplay fürs Handy wurde erst mit 5 Tagen Verspätung in den Niederlanden verschickt. Bei einer angeblichen Lieferzeit von 2-5 Tagen ist das recht fatal. Und obwohl ich zwei Tage Puffer eingeplant hatte, war schnell klar, dass das Display erst in Oban ankommen würde nachdem wir schon weitergereist sind. Was also tun? Die nächsten Häfen wollten wir alle nur für jeweils 2 Tage anfahren, das erschien mir dann doch zu riskant. Deswegen der Plan: UPS sollte das Paket in Oban wieder einsammeln und auf die Scilly Islands bringen. Dort sind wir für eine ganze Woche und geplant auch erst in ca. 10 Tagen. Das sollte genug Puffer sein. Ich bin ein wenig enttäuscht, ich hatte mich sehr darauf gefreut, mein Handy wieder verwenden zu können….

Von Oban ging es dann erstmal weiter in Richtung Belfast. Wir haben eine Nacht an der Isle of Gigah geankert (und natürlich auch dort die Reuse getestet!) und haben dann Pedros Geburtstag auf See zwischen Gigah und Belfast gefeiert.

In Belfast gab es dann ein richtiges Geburtstagsessen mit Apfelstrudel, Semmelknödeln und Rahmschwammerl. Ich habe fast den ganzen Tag in der Küche verbracht aber es hat sich gelohnt 🙂

Belfast selber ist irgendwie eine interessante Mischung. Die Marina in der wir lagen ist in dem Viertel, in dem die Titanic gebaut wurde. Die wurde nämlich in Belfast gebaut. Wieder was gelernt! Die Innenstadt ist total modern und lebendig. Wenn man aber ein wenig in die Wohnviertel reinfährt dann sieht man doch, dass die Zugehörigkeitsfrage von Nordirland nicht abschließend geklärt ist. Normalerweise ziehen wir z.B. immer die lokale Flagge mit als Gastlandflagge hoch. Also in Schottland z.B. hatten wir den Union Jack UND die schottische Flagge gehisst. Bei meiner Recherche bzgl. der nordirischen Flagge habe ich schnell gemerkt, dass das bis heute ein Wespennest ist, in das man lieber nicht treten möchte. Wir haben also nur den Union Jack gehisst.

Nach zwei regnerischen Tagen in Belfast (und den allertollsten Marina-Duschen, die wir jemals gesehen haben!) sind wir ganz früh morgens mit dem Sonnenaufgang in Richtung Dublin gestartet.

In Dublin selber gibt es nur eine Marina, die anscheinend so unangenehm ist, dass einem alle davon abraten, dorthin zu fahren. Deswegen sind wir nach Dun Laoghaire (gesprochen ungefähr „Dan Leary“) in die dortige Marina gefahren. Von dort aus ist man innerhalb von 20 Minuten mit dem Zug in Dublin. Dort haben wir die zweittollsten Marinaduschen gefunden: Auf einem Duschschiff!

Weil die Marina so groß ist, gibt es im weiter vom Hauptgebäude entfernten Teil (in dem wir lagen) ein Schiff mit Duschen drin. Das Warmwasser ist zwar begrenzt aber ich hatte Glück und konnte dort wunderbar warm duschen!

Adam und Pedro haben die Gelegenheit genutzt und weiter an unserem Benzin-Außenborder geschraubt. Elga hat das sehr interessiert beobachtet. Und sie haben den Motor immerhin dazu bekommen, kurz zu starten. Leider braucht er immernoch ein paar Stunden Liebe und Streicheleinheiten, um auch länger zu laufen.

In Dublin selber waren wir im Illusionsmuseum. Adam war begeistert von den Illusionen (und wir auch!).

Wir haben den Tag als Familienausflug genossen, haben uns treiben lassen, die Statue von Molly Malone besucht und insgesamt einfach die entspannte Stimmung in Dublin genossen. Mal wieder ein Ort für meine „Da muß ich nochmal länger hin“-Liste.

Von Dublin haben wir dann  noch einen kurzen Abstecher nach Wales gemacht. Dort lagen wir eine Nacht in einem wirklich witzigen Hafen. Der Hafen hat zwei Becken, wobei man in das zweite Becken über eine Stufe fahren muss. Die ist so hoch, dass wir da wirklich nur im Zeitraum von zwei Stunden vor Hochwasser bis zwei Stunden nach Hochwasser drüber fahren können. Ansonsten kommen wir da nicht rein oder raus. Und unser Liegeplatz hatte eine Tiefe von 1,80. Die Hafenmeisterin (Rebecca, eine sehr sympathische Frau 😉 ) meinte: Vor euch war da ein Boot mit 2,10 Tiefgang drin, es sollte also schon ein bisschen Platz gemacht worden sein. Bei Niedrigwasser hat es sich auf jeden Fall so angefühlt als ob wir aufgesessen sind… Wir lagen seeeeeeehr ruhig.

So langsam haben wir gemerkt, dass wir uns in Richtung Süden bewegen. Wir hatten immer öfter gutes Wetter um unsere Wäsche zu trocknen. Das haben wir dann auch exzessiv getan!

Weiter ging es dann zu den Isles of Scilly, unserem nächsten Etappenziel. Dort sind wir dann am 24.08. angekommen.

(Wer gaaaanz gute Augen hat, kann die Sirena auf diesem Suchbild finden)

Darüber bald mehr 🙂

Bis dahin

Becci

Der kaledonische Kanal
Biskaya – aber noch nicht jetzt bitte!

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